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| DI 07.09.2010 | ||||||||
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Die geplante Wohnüberbauung auf dem Areal des ehemaligen Hotels Derby gibt weiterhin viel zu reden. Der Ruf nach einer Sistierung des Quartierplans ist jedoch problematisch. Denn die Vorzeichen haben sich seit 2004 stark verändert.
Pascal Spalinger
Als die Davoser Bevölkerung im Jahr 2004 der Aufnahme der Parzellen 695 und 6305, dem Areal des ehemaligen Hotels Derby, in den Generellen Gestaltungsplan, Innerer Zentrumsbereich, zustimmten, dachte wohl kaum jemand daran, dass daraus eine so lange Geschichte wird. Damals waren die Parzellen für die «Realisierung eines in Davos noch nicht vorhandenen Top-Hotelkomplexes im 5-Sterne-plus-Bereich mit 150 Hotelzimmern, Suiten, Wellness und Spa...» vorgesehen, wie der Botschaft zur Landschaftsabstimmung vom 31. Oktober 2004 zu entnehmen ist.
Statt Hotel eine Wohnüberbauung
Das aktuelle Bauvorhaben der Davos Resorts SA – die das Grundstück inklusive Hotel im Jahr 2007 der Arabella Schweiz AG abkaufte – hat mit den ursprünglichen Absichten nicht mehr viel zu tun. Gemäss Quartierplan und Baugesuchen soll eine Wohnüberbauung mit gegen 140 Eigentumswohnungen entstehen. Aufgeteilt ist der weit über 60 Millionen Franken teure Komplex in acht Gebäude von bis zu sechsgeschossiger Höhe. Die Einsprachefrist läuft noch bis am 5. Juli. Doch bereits jetzt wurden diverse kritische Stimmen laut. «Wieso einen der attraktivsten Plätze in Davos für Wohnungen statt ein feudales Hotelprojekt hergeben?», lautet der Tenor. Viele sind offenbar immer noch davon ausgegangen, dass auf dem «Derby»-Areal nichts anderes als ein Hotelkomplex zu stehen käme. Die Bauherrschaft hat ausgenutzt, dass im Davoser Baugesetz nirgends steht, dass das «Derby»-Areal nur für einen Hotelbau zur Verfügung stehe. Umso grösser sind nun Enttäuschung und Verwunderung praktisch auf allen Seiten. Zudem ist die Angst gross, dass durch den Bau der voluminösen Wohneinheiten das Ortsbild negativ beeinflusst werden könnte. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz beispielsweise verlangt in einer Stellungnahme gar, dass das Quartierplanverfahren sistiert und stattdessen eine Hotelzone eingerichtet werden soll. So einfach ist dies aber nicht, wie der Kleine Landrat Reto Dürst auf Anfrage mitteilt. Würde das Bauvorhaben sistiert und stattdessen eine Planungszone über das Gebiet gelegt, betreffe das auch die umliegenden Hotels. Mit der möglichen Folge, dass die Banken auf den Plan gerufen würden, was wiederum die Hotels teuer zu stehen kommen könnte. Zudem könnten Schadenersatzklagen in Millionenhöhe auf die Gemeinde zukommen – was sich Davos erst recht nicht leisten könne. Denn das Baugesuch sei rechtlich in Ordnung, man habe die Möglichkeiten einfach ausgeschöpft. Dem Kleinen Landrat bleibt derzeit nichts anderes übrig, als die Einsprachefrist abzuwarten und mit den Anwälten das weitere Vorgehen beim heiklen Thema eingehend zu besprechen. Und vielleicht lässt auch die Davos Resorts SA nochmals mit sich reden. Dies wäre im Interesse von allen.
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