Zum Leitbild der Gemeinde Klosters-Serneus
03.06.2010
Archiv Klosterser Zeitung
In den kommenden Wochen berichtet der Gemeindevorstand über das im vergangenen Herbst entwickelte und an einem «World Café» vorgestellte Leitbild der Gemeinde Klosters-Serneus. Wir beginnen die Serie heute mit einer Einführung ins Thema.
Am «World Café» vom 26. November 2009 im Hotel Sport hatten über 100 interessierte Mitbürger mit uns über mögliche Umsetzungsmassnahmen dieses Leitbilds aktiv mitdiskutiert. In der Folge ist es uns leider nicht gelungen, Sie zeitgerecht und in geeigneter Form über die Resultate zu informieren. Dafür möchten wir uns insbesondere bei den Teilnehmern entschuldigen. Wir dürfen aber berichten, dass nicht wenige der dort eingebrachten Ideen und Wünsche in die zahlreichen Projekte, mit denen wir uns in unserer täglichen Arbeit auf Stufe Vorstand und Gemeindeverwaltung beschäftigen, eingeflossen sind. Mehr darüber erfahren Sie im Verlauf dieser Artikelserie. Die Zahl der laufenden Projekte ist es denn auch, die uns daran gehindert hat, Leitbild und Umsetzung öffentlich darzustellen. Wir haben die strategische Ebene aber dennoch nicht aus den Augen verloren. Hier zur Illustration der Gesamtbelastung eine Aufzählung der wichtigsten laufenden Projekte, damit Sie sich ein Bild machen können: der Hochwasserschutz, Totalrevision der Ortsplanung, gleichzeitig fünf Quartierplanungen, die höchst komplexe Schulraumschaffung, das Feuerwehrlokal mit Reorganisation Werkhof, das Projekt Fussballfeld, die Revision des Baugesetzes, der Erlass eines neuen Gesetzes für Ruhe und Ordnung inklusive Immissionsschutz und Flurordnung, die vom Kanton auferlegte Neubeurteilung der Kontingentierung von Zweitwohnungen, der Erlass von Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz, die Konzeptentwicklung im Umgang mit Privatstrassen sowie Gemeindefusionen im Prättigau und dazu eine ganze Reihe von verwaltungsinternen, hauptsächlich organisatorischen und IT-bezogenen Projekten. Projekte, welche Einzelobjekte betreffen, u. a. das Hotel Pardenn, Landal, die Freeride-Bikestrecke usw., haben uns gleichzeitig stark beschäftigt. Die Prioritäten sind gesetzt, die Arbeitsgruppen zu den Einzelprojekten gebildet und grösstenteils am Werk. Obwohl jedes einzelne Vorstandsmitglied stark operativ in die aufgezählten Projekte involviert ist, wollen wir uns als Kollektiv nun wieder verstärkt der strategischen Führung widmen.
Das Leitbild – Was, Wie, Wozu?
Wenn Klosters-Serneus in der Vergangenheit Leitbilder entwickelt und eingeführt hat, waren das in der Regel dicke Kataloge von Massnahmen und Projekten. Das verstehen wir nicht unter einem Gesamtleitbild auf Stufe der Gemeinde. Ein Leitbild soll aus unserer Sicht einen Rahmen für zukünftiges Handeln und Planen darstellen, der in kurzer und prägnanter Form vorgibt, wie wir uns selbst als Kollektiv, eben als Gemeinde, selbst sehen und von aussen her gesehen und verstanden werden wollen. Es soll helfen beim Setzen von Prioritäten im politischen Planen und Handeln und dessen Ausgestaltung. Das Leitbild ist somit die oberste Stufe einer Zielhierarchie. Strategie, Legislaturziele und Jahresziele sind die nach unten folgenden Stufen dieses Zielsystems. Der Zeithorizont eines Leitbilds soll möglichst lang sein, mindestens 10, besser 20 bis 30 Jahre. Gerade deshalb muss ein Leitbild aber auch so offen sein, dass es einerseits nicht vorausseh- und planbare Entwicklungen überdauert, dass es andererseits jederzeit bei veränderten Voraussetzungen ergänzt oder angepasst werden kann. Es bedingt also Konstanz im Handeln und Offenheit im Prozess. Wichtig scheint uns, dass das Leitbild klar und einfach formuliert ist, sodass es jedermann versteht. Es darf keinesfalls für die Schublade geschrieben sein. Es soll in unseren Köpfen und Herzen verankert sein und immer wieder von den Mandatsträgern und der Verwaltung selbst angewandt und der Bevölkerung in Erinnerung gerufen werden. Daran werden wir arbeiten. Im Gemeinderat und von anderer Seite wurden wir für unser Vorgehen bei der Erarbeitung dieses Leitbildes kritisiert. In anderen Gemeinden wurde in der Tat ein anderer, viel partizipativerer Weg, z. B. über eine Zukunftskonferenz, gewählt. Vorteil eines solchen Weges wäre, dass von Beginn weg mit einer hohen Identifikation der Bevölkerung mit einem so kreierten Leitbild gerechnet werden könnte. Auf der anderen Seite ist es schwierig, so der Versuchung zu widerstehen, das Leitbild zu einem Massnahmenkatalog aufzublähen. Wir wollten das Leitbild unbedingt entsprechend der oben erwähnten Grundsätze verfassen. Deshalb wählten wir den Weg, eine Vorgabe zu machen und die öffentliche Diskussion auf die Umsetzung zu konzentrieren. Es wird in der Zukunft genügend Gelegenheit geben, dass sowohl der Gemeinderat als politisches Strategieorgan als auch der interessierte Bürger sich in die Umsetzung gebührend eingeben kann. Und wenn von welcher Seite auch immer ein substanzieller Verbesserungsvorschlag für das Leitbild selbst eingebracht wird, werden wir die Letzten sein, die sich einer Änderung oder Ergänzung des Leitbilds widersetzen. Wir hoffen, es ist uns gelungen, Ihnen den Stellenwert, den wir dem Gemeindeleitbild geben, näherzubringen und Ihr geschätztes Verständnis für unseren gewählten Weg zu gewinnen. Nächste Woche beginnen wir mit der Vorstellung der einzelnen Leitsätze, um ganz am Schluss die Gesamtheit des Leitbilds zusammengefasst darzustellen. Sie finden es auch auf www.klos-ters-serneus.ch => Informationen => Leitbild. Ihr Gemeindevorstand
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