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Vom regionalen Stromversorger zum international tätigen Konzern

12.05.2010 Archiv Klosterser Zeitung

Mit der an der Generalversammlung vom 10. Juni abgesegneten Statutenänderung wurde aus «Rätia Energie» endgültig «Repower». Die Namensänderung hat zum Zweck, das Unternehmen für den globalen Markt bereit zu machen. Trotz dieser Ausrichtung bekennt sich Repower gemäss Verwaltungsratspräsident Dr. Eduard Rikli deutlich zur Marktöffnung im Schweizer Strommarkt.

 

Johannes Haltiner

 

Für die ehemaligen Aktionäre der AG Bündner Kraftwerke öffnet sich mit der «Repower» eine ganz andere Welt. War das Stromunternehmen damals noch im begrenzten Raum vom Prättigau und dem Engadin tätig, weitete sich seine Tätigkeit mit dem Zusammenschluss dreier Bündner Energieunternehmen zur «Rätia Energie» schlagartig bis nach Italien aus. Inzwischen sind Deutschland, Ungarn und die Tschechei hinzugekommen. Die Zukunft kennt nach CEO Kurt Bopst keine Grenzen!

 

Erfolgreiches Geschäftsjahr

 

An der von 211 Aktionärinnen und Aktionären mit insgesamt 2592141 Stimmen besuchten 106. Gneralversammlung im «Rondo» von Pontresina konnte vom ausgezeichneten Jahresergebnis Kenntnis genommen werden. Der Bilanzgewinn von CHF 107400287 wurde gemäss Antrag des Verwaltungsrates verwendet. Die Dividende wurde auf CHF 8 pro Aktie erhöht, was 26 Prozent oder 14 Prozent mehr als im Vorjahr entspricht. Mittelfristig will der Verwaltungsrat die Dividende aber auf 30 bis 35 Prozent erhöhen. Entsprechend der Entwicklung hat sich auch der Aktienkurs verhalten. Das Unternehmen weist gegenwärtig einen Börsenwert von 1,5 Milliarden Franken aus. Nachdem der Stromverbrauch stetig zunimmt, ist auch in Zukunft mit einem erfolgreichen Geschäftsgang zu rechnen. Die Versammlung stimmt der Jahresrechnung und der Verwendung des Jahresgewinnes oppositionslos zu. Einzig bei der Entlastung des Verwaltungsrates versuchten Elemente, die sich durch den Erwerb einer einzigen Aktie den legalen Zutritt zur Versammlung verschafft hatten, mit einem Ablehnungsantrag Unruhe zu stiften. Ihr Anliegen war der Verzicht auf die Beteiligung am Kohlekraftwerk im deutschen Brunsbüttel. Das dies kaum der rechte Weg für einen gehörten Protest war, zeigte das Resultat: 2 Gegenstimmen gegen über 2592139 befürwortenden Stimmen.

 

Neuer Verwaltungsrat

 

Nachdem die eingangs erwähnte Namensänderung unter Dach war, galt es, einen Nachfolger für den zurückgetretenen Verwaltungsrat Jörg Aeberhard zu wählen. Auf Vorschlag des VR wurde der 49-jährige Michael Wider, lic iur. MBA, Mitglied der Geschäftsleitung Alpiq und Leiter Energie Schweiz, gewählt.

 

Profitabel wachsen

 

Der Präsident des Verwaltungsrates betonte an der Generalversammlung weiter, Repower sei in einem Geschäftsbereich tätig, welcher für das Funktionieren der Wirtschaft elementar sei: Die Bereitstellung von Energie sei eine zentrale Aufgabe, die Gesellschaft sei zwingend darauf angewiesen. Trotzdem sei die Bewältigung dieser Aufgabe eine Herausforderung in einem Umfeld von sich wandelnden Marktgegebenheiten und schwierigen politischen Rahmenbedingungen. Grundsätzlich sei der Markt in Europa gekennzeichnet durch einen langfristig steigenden Bedarf, durch eine zunehmende Bedeutung des Handels, durch eine wachsende Zahl von Unternehmungen, die ein integriertes Geschäftsmodell verfolgen und durch eine Überalterung des Kraftwerkparks. Die Strategie von Repower setze an dieser Basis der Märkte an: «Es ist unser Ziel, weiterhin profitabel zu wachsen und eine Stossrichtung zu verfolgen, die nachhaltig ist», sagte der Verwaltungsratspräsident dazu.

 

Lokal investieren

 

Mit den Ausbauplänen für die kommenden Jahre zeigt sich Repower zusätzlich zu den Erweiterungen in verschiedene Energie-Gewinnungsformen vorwiegend im Ausland, auch auf dem heimischen Markt gewillt zuzulegen. Dabei ist in Graubünden vorläufig nur an den Ausbau der Wasserkraft zu denken. Im Prättigau befindet sich das Kraftwerk Taschinas im Bau. Dieses soll bereits 2011 ans Netz gehen. Für des Kraftwerk Chlus, das die Wasserkraft zwischen Küblis und Landquart in mehreren Stufen gewinnen will, sind das Konzessionsgesuch und der Umweltverträglickeitsbericht in Arbeit. Das Projekt im Prättigau nutzt das hydraulische Potenzial des Taschinasbaches zwischen dem Zusammenfluss des Canibaches mit dem Valserbach und Grüsch. Das Wasser wird auf einer Höhe von 1028 m ü. M. gefasst und über einen 3,2 Kilometer langen Stollen bis zum Standort Plileisch geführt. Von dort aus wird das Wasser in einer erdverlegten Druckleitung zur Kavernenzentrale im Burgfels der Ruine Solavers (640 m ü. M.) geleitet.


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